• Esther Murbach

Geburtstag, ächz! Birthday, arrgh!

10.08.2014


Deutsch:

Wieder einmal hat der Geburtstag zugeschlagen. Ich habe denselben wie mein berühmter Landsmann Roger Federer. Vom Datum her, nicht vom Alter… Viele Jahre lang bezeichnete ich mich kokett als “39 und ein paar zerquetschte”. Blöd, ich weiss. Die Chronologie lässt sich nun mal nicht stoppen, auch nicht mit Botox, Silikon und Skalpell. Wobei ich keines dieser Mittel zur Aufhaltung des Alterungsprozesses verwendet habe oder verwenden werde.


Da, ich habe es gesagt! Alterungsprozess! Was für ein hässliches Wort! Aber es nennt nun mal die Dinge beim Namen.


Ich muss gestehen, meine Eitelkeit freut sich jedes Mal über ein: “Das gibt man dir aber nicht!” Und bilde mir dann für zweieinhalb Minuten ein, ich sei die einzige, die den Zahn der Zeit von meinem Luxuskörper fernhalten könne. Bis nach einer Runde Powerwalking im Park die Knie protestieren. Oder nach dem Auspflanzen eines Veilchens im Garten ein Schläfchen fällig wird. Oder sich im Spiegel ein neues Fältchen im Augenwinkel meldet.


Aber vermutlich liegt das alles doch nur am Prosecco-Exzess vom Vorabend…

Das Balletttraining habe ich schon vor Jahren aufgegeben. Das Singen ist mir mit dem tragischen Tod meines langjährigen Freundes und Musikpartners Torsten vorläufig vergangen. Hochleistungssingen ist ebenso hochanstrengend und wie beglückend. Vielleicht kommt die Freude daran mal wieder.


Wie auch immer – auf Lebensfreude darf auf keinen Fall verzichtet werden. Sie ist die beste Medizin gegen das, was die Zeit mit unserer Physis und Psyche anstellt. Doch jede Lebensphase bietet neue Perspektiven, wenn frau sich welche schafft. Neue Pläne schmieden und möglichst auch ausführen. Nicht auf die Stimmen hören, die dir sagen: “Lohnt sich das für dich noch?”


Vorwärts schauen lohnt sich immer. Rückwärts schauen auch, wenn es als Basis für Lernprozesse und neue Erkenntnisse dient.


Meine nächsten Projekte fallen in die Kategorie Schreiben und Reisen. Der Gedichtband, der im September im Basler Il-Verlag erscheinen wird. Das Einreichen von Gedichten und Kurzgeschichten an Literaturzeitschriften und Verlage in Irland. Und die nächste Reise nach Galway, wo ich mir gerne zum Geburtstag ein klitzekleines Schloss zulegen möchte. Klein muss es sein aus finanziellen Gründen und wegen dem Putzen. Ich putze nicht gern. Und ob ich einen Butler finden würde, der das für mich übernähme, ist äusserst unsicher.


Noch ein Rezept gegen die lästige Chronologie: Nie die Hoffnung aufgeben! Und auch das tun, was andere für verrückt erklären, wenn es für einen selbst stimmt und niemandem schadet.


English:

The birthday strikes again. I share mine with my famous compatriot Roger Federer. The date is the same, not the age… For many years when asked after my age I replied coyly, ’39 and then some.’ Stupid, I know. Chronology can’t be stopped, not even with Botox, Silicone and a scalpel. I have never used any of these means against the aging process, nor will I ever.


There, I’ve said it! Aging process! What an ugly word! But it does call a spade a spade.


I must confess that my vanity is always delighted with a remark like, ‘You don’t look it!’ And then, for about two minutes and a half, I live in the illusion that I’m the only one able to keep the ravages of time away from my beautiful body. Until my knees squeak in protest after a round of power walking in the park. Or when the need for a power nap arises after having planted a violet in my garden. Or when a new wrinkle winks at me in the mirror from the corner of my eye.


But all this is probably just due to the excess of bubbly from the night before…


Ballet training I gave up years ago. The wish to sing disappeared with the tragic death of Torsten, my friend and partner in music of many years. At least for now. High performance singing is demanding and exhilarating at the same time. Maybe the joy of singing will come back to me one day.


Whatever – never renounce the joy of living! It is the best remedy against the attacks of time on our physique and psyche. Because every phase of our lives offers new perspectives if you are ready to create them for yourself. Forge out new plans and implement them if possible. Don’t listen to voices saying, ‘Aren’t you a bit late for this kind of thing?’


It is always worthwhile to look forward. To look backward, too, if you use it for a learning process or for gaining new insight.


My next projects fall into the category of writing and travelling. My poetry collection which is due to appear in September in the Basel IL-Verlag. Submitting poetry and fiction to literary magazines and publishers in Ireland. And the next trip to Galway, where I’d like to make myself the gift of a teeny-weeny castle for my birthday. It has to be small for reasons of financial funds and cleaning. I don’t like cleaning. And if I’d find a butler who would do the cleaning for me is very uncertain.


One more recipe against the obnoxious chronology: never give up hope! Do the things you want to, even when declared crazy by others. Provided they are right for you and do not harm anyone.

0 Ansichten

© 2019 by Esther Murbach